Berufsschulstufe

Leitgedanken

Schüler*innen der Berufsschulstufe sind junge Erwachsene, die…

  • … eigene Standpunkte finden und vertreten.
  • … eine neue Rolle als unabhängige Mitglieder der Gesellschaft finden und leben.
  •  … lernen, möglichst selbstständig zu wohnen und sich selbst zu versorgen.
  •  … lernen, sich möglichst selbstständig, sicher und angemessen in bekannter und fremder Umgebung zu bewegen.
  •  … Freundschaften / Beziehungen aufbauen und pflegen.
  •  … Freizeitangebote kennen und nutzen.
  •  … Schlüsselkompetenzen für Arbeit erwerben.
  •  … eine Perspektive für ihre berufliche Zukunft entwickeln.

Schüler*innen in der Berufsschulstufe

Die Schüler*innen der Berufsschulstufe sind in der Regel zwischen 15 und 19 Jahren alt. Sie kommen aus der Hauptstufe der Bodelschwinghschule oder aus umliegenden sonder-pädagogischen Bildungs- und Beratungszentren und werden in die bestehenden jahrgangsübergreifenden Klassen integriert.

Gemeinsam ist allen Schüler*innen der Berufsschulstufe, dass sie sich am Übergang zum Erwachsenwerden befinden. Diese Entwicklungsphase ist geprägt durch die intensive Auseinandersetzung mit der eigenen Person, den persönlichen Fähigkeiten und Grenzen, veränderten Interessen, sowie dem Streben nach Autonomie. Ein Schwerpunkt des Unterrichts in der Berufsschulstufe ist es daher, gemeinsam mit den jeweiligen Schüler*innen eine konkrete Zukunftsvorstellung vor allem im beruflichen und auch im privaten Bereich zu entwickeln.

Die Förderung der Selbständigkeit ist ein wichtiges Unterrichtsprinzip. Der Unterricht in der Berufsschulstufe ist von einer möglichst großen Beteiligung der Jugendlichen an Planung, Durchführung und Reflexion geprägt. Diese Unterrichtsprinzipien und Lernarrangements ermöglichen den Schüler*innen ihrem Streben nach Autonomie gerecht zu werden und ihre Identität weiterzuentwickeln.

Zusammenarbeit mit Eltern in der Berufsschulstufe

Für die Eltern der Schüler*innen stellt der Wechsel in die Berufsschulstufe oftmals eine neue Herausforderung dar. Eigene Vorstellungen, Erwartungen und Befürchtungen bzgl. des Übergangs ihrer Töchter und Söhne in die „Welt der Erwachsenen“ (Ablöseprozess) und das Leben nach der Schule, sowie die Veränderungsprozesse der Schüler*innen führen häufig zu einem Spannungsfeld.
Eine enge Zusammenarbeit und ein regelmäßiger Austausch zwischen Lehrkräften und Eltern sind u.a. im Prozess der Berufswegeplanung von großer Bedeutung. Bei der Berufswegekonferenz am Ende der Schulzeit sind auch die Eltern dann am Entscheidungsprozess maßgeblich beteiligt.

Die persönliche berufliche Zukunftsplanung

Im ersten Jahr in der Berufsschulstufe üben die Schüler*innen in verschiedenen Arbeitsgruppen wichtige Arbeitstugenden ein und vertiefen diese in einem ersten Praktikum in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung (WfbM). Auf der Grundlage dieses Prozesses entwickeln die Schüler*innen erste Interessen und Präferenzen bezüglich einzelner Arbeitsfelder.


In den verbleibenden zwei Jahren haben die Schüler*innen u.a. innerhalb der einmal jährlich festgelegten Praktikumszeit die Möglichkeit, unterschiedliche Arbeitsfelder in WfbMs oder ggf. Arbeitsplätze außerhalb der WfbMs kennen zu lernen.
Im letzten Berufsschulstufenjahr findet dann ein zweiwöchiges Praktikum in der von den Schüler*innen bevorzugten Arbeitsstätte statt. Darüber hinaus ist es möglich, weitere Praktika in Werkstätten oder auf dem Ersten Arbeitsmarkt zu absolvieren. Schüler*innen mit höherem Förderbedarf erhalten in den Fördergruppen der Werkstätten Angebote zur Qualifizierung.


Durch eine enge Verzahnung zwischen schulischer Förderung und den Erfahrungen aus den Praktika sollen die Schüler*innen innerhalb der Zeit in der Berufsschulstufe eine möglichst realistische Einschätzung ihrer beruflichen Wünsche und Möglichkeiten entwickeln.


In enger Zusammenarbeit mit den Eltern, dem Jugendlichen und z.B. den entsprechenden Ansprechpartner*innen bei Ämtern und nachschulischen Einrichtungen wird angestrebt, den bestmöglichsten Start in das Berufsleben zu ermöglichen. Zu diesem Zweck findet für alle Schüler*innen in ihrem letzten Jahr in der Berufsschulstufe eine Berufswegekonferenz (BWK) statt. Beratende BWKs sind bei Bedarf auch vor dem letzten Jahr in der Berufsschulstufe möglich.

Unser Unterrichtsalltag

Der Unterricht in der Berufsschulstufe ist so organisiert, dass neben dem den Schüler*innen vertrauten Klassenunterricht, klassenübergreifende Unterrichtsangebote einen besonderen Stellenwert haben.

Den Schüler*innen wird so ermöglicht, sich in verschiedenen Konstellationen mit unterschiedlichen Bezugspersonen zu erfahren und zu erproben.

Hierbei wird eine größtmögliche Flexibilität angestrebt, die den Eintritt in ihren späteren Lebens- und Arbeitsalltag erleichtert.

Beispielhafter Stundenplan

Unterricht im Klassenverband

Im Lernband, das an 4 Tagen pro Woche stattfindet werden auch in der Berufsschulstufe die Kulturtechniken Deutsch und Mathematik unterrichtet. Über dieses spezielle Unterrichtsangebot hinaus gibt es diesbezüglich durchgängige Lernanlässe in allen weiteren Unterrichtsangeboten wie z.B. den Arbeitsgruppen.

Im Klassenverband werden des weiteren Themen aus den im Bildungsplan aufgeführten Fächern unterrichtet. Dies sind: Geschichte, Gemeinschaftskunde, Biologie - Naturphänomene - Technik (BNT), Alltag – Ernährung - Soziales (AES), Geografie, Englisch und Religion/Ethik

Klassenübergreifender Unterricht

Dreimal wöchentlich ist der Unterricht in der Berufsschulstufe in Arbeitsgruppen organisiert. Die Schüler*innen erproben sich hierbei in vielen verschiedenen Arbeitstechniken bzw. Arbeitsfeldern und erlangen so u.a. weiterführende Kompetenzen in handwerklichen und sozialen Bereichen und entwickeln erste berufliche Interessen.

Mögliche Arbeits- und Erprobungsfelder sind z.B.:

  • Küche / Catering / Gastronomie (teilweise in Kooperation)
  • Dienstleistungen
  • Garten / Feld / Wald (u. a. in verschiedenen Kooperationen)
  • Holzwerken
  • Kreativwerken
  • Medien
  • Berufliche Orientierung (BEO)
  • Schülerfirma „Projekt Arbeit“

Bei der jährlich neu stattfindenden Einteilung der Schüler*innen wird darauf geachtet, dass entsprechend der individuellen Voraussetzungen und Zielsetzungen möglichst jedes Arbeitsfeld im Laufe der Berufsschulstufenzeit mindestens einmal durchlaufen wird.

Außerunterrichtliche Angebote / Kooperationen

Um eine größtmögliche Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen, haben die Schüler*innen die Möglichkeit, an verschiedenen Kooperationen und außerunterrichtlichen Angeboten teilzunehmen. Im Fokus stehen hierbei die Begegnung mit gleichaltrigen Jugendlichen, das Kennenlernen neuer Erfahrungs- und Erprobungsfelder sowie die Stärkung der individuellen Persönlichkeiten.

Dies wird z.B. ermöglicht durch:

  • Teilnahme am Projekt Arbeit (Kooperation der Stuttgarter SBBZ)
  • Schullandheim (teilweise in Kooperation mit dem Wilhelmsgymnasium)
  • Skischullandheim
  • sportliche Veranstaltungen (z.B. Schüler*innen-Lauf, Fußballprojekt „Pfiff“)
  • gemeinsame Aktivitäten mit umliegenden Schulen
  • Lerngänge und Ausflüge
  • Kooperation mit der Gaststätte Schwanen in Kaltental
  • Kooperation mit Waldpädagogen beim Forstamt, der Jugendfarm, dem Gartenbauamt sowie einem Landwirt der Region