Bodelschwinghschule Stuttgart

1. "Das sind wir" - Rahmenbedingungen

Die Klasse 4 der Grundstufe der Bodelschwinghschule wird in der kooperativen Organisationsform (Außenklasse) der Schönbuchschule in Stuttgart-Rohr, Dürrlewangstr. 20 unterrichtet.

Vor der Einschulung bekommen Eltern mit ihren Kindern die Möglichkeit, die Schönbuchschule anzuschauen, um so die Schule näher kennen zu lernen.

Die Einschulung erfolgt dann mit allen Erstklässlern der Grundschule. In den ersten Schulwochen steht das Kennenlernen der SchülerInnen der zugeteilten Kooperationsklassen und der Schule im Vordergrund.

Die SchülerInnen der Grundstufe sind in einem Alter zwischen 6-11 Jahren. Die Klassengröße beträgt fünf bis sieben SchülerInnen in den kooperativen Organisationsform (Außenklassen). Die Klassengröße der Kooperationsklassen liegt aktuell zwischen 20 und 25 Kindern.

Jede kooperative Organisationsform hat ein eigenes Klassenzimmer in räumlicher Nähe zu den Kooperationsklassen.

Der Unterricht beginnt um 8.30 Uhr und endet Montag und Dienstag um 15.00  Uhr, Mittwoch um 13.30 Uhr, donnerstags um 15.30 und Freitag um 12.30 Uhr.

2. Eltern

Vor der Einschulung der Erstklässler gibt es für alle Eltern eine Informationsveranstaltung über die Schönbuchschule, sowie einen gemeinsamen Elternabend in der ersten Schulwoche. Nach Bedarf werden gemeinsame Elternabende während des Schuljahres festgesetzt. Außerdem werden zweimal jährlich Förderplangespräche geführt.

3. "Das lernen wir" - Förderschwerpunkte

Folgende Förderschwerpunkte sind uns in der Grundstufe wichtig:

"Das bin ich." - Die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit und Ich-Identität.

Dazu gehört, dass die SchülerInnen darin unterstützt werden, eigene Bedürfnisse wahrzunehmen, ihre Vorlieben sowie Neigungen zu entwickeln und diese auch mitzuteilen um verstanden zu werden. In diesem Zusammenhang steht die Wahrnehmung und Äußerung eigener Gefühle. Neue Freunde werden wichtig: im Zusammensein mit ihren Mitschülern lernen die SchülerInnen wichtige soziale Regeln im Umgang miteinander kennen, erfahren die eigenen Grenzen, aber auch ihre individuellen Fähigkeiten.

"Spiel mit mir"- Förderung der Spielentwicklung

Im Spiel erwerben die SchülerInnen Wissen über sich selbst sowie über den Umgang mit anderen und mit ihrer Umwelt. Sie werden darin gefördert, ihre Handlungsfähigkeit im Rollenspiel, Bewegungsspiel, Regel- sowie Freispiel zu erweitern.

"Das kann ich selbst." - Das Erlernen von Basisfähigkeiten bezüglich der Selbstversorgung

Ein wichtiger Beitrag zur Selbständigkeit bedeutet für die SchülerInnen der Erwerb von Kompetenzen bezüglich der Selbstversorgung zum Beispiel beim An- und Ausziehen, beim Schuhe binden, beim Toilettengang, der Körperhygiene sowie beim Essensvorgang. Derartige Fähigkeiten werden täglich regelmäßig während des Schultages geübt.

"Verstehst du mich?" - Die Weiterentwicklung der bestehenden Kommunikationsmöglichkeiten

Dazu gehört das Verstehen von nonverbalen (Mimik, Gestik, Gebärden) und verbalen Äußerungen, die im täglichen Miteinander vorkommen. Die SchülerInnen erwerben die Fähigkeiten, sich je nach Ausgangsvoraussetzungen verständlich zu machen. 

"Bewegen, Tun, Begreifen." - Die Entwicklung grob- und feinmotorischer Fähigkeiten

Die SchülerInnen erwerben ihr Wissen über den handelnden Umgang mit wirklichen Dingen aus ihrer Umwelt. Sie erfahren sich selbst in Bezug zur Umwelt und lernen diese zu gestalten. Sie gewinnen Selbstvertrauen in die eigenen motorischen Fähigkeiten und entwickeln in zunehmendem Maße ihre feinmotorischen Fertigkeiten.

"Lernen will gelernt sein." - Die Anbahnung einer Arbeitshaltung

Die Schüler lernen ein Arbeitsverhalten und Regeln, die für ein Lernen wichtig sind. Dazu gehört auch der selbständige Umgang mit verschiedenen Lernmaterialien sowie das ausdauernde zu Ende führen von Aufgaben.

"Rechnen, Schreiben, Lesen." - Die Anbahnung von Kulturtechniken

Hierbei steht der Umgang mit Formen, Farben, Mengen, Zahlen und Größen im mathematischen Bereich im Mittelpunkt. Lesen und Schreiben wird als zentrales Anliegen auf vielfältige Art und Weise gefördert (siehe Stufenprofile).

"Wann und wo?" - Die grundlegenden Raum- und Zeitstrukturen erkennen und umsetzen

Die räumliche Wahrnehmung wird durch das Gehen bekannter Wege und Erkunden der näheren Umgebung gefördert. Die zeitliche Wahrnehmung wird durch Orientierung an Stundenplänen, Kalender und jahreszeitlichen Festen (z.B. Geburtstage, Ostern, Weihnachten) zunehmend erweitert.

4. "So sieht unser Unterricht aus" – Organisationsformen

Die Kooperation wird unter folgendem Leitsatz gestaltet:
"So viel gemeinsamer Unterricht wie möglich, so wenig getrennter Unterricht wie nötig."

Der gemeinsame Unterricht wird in Absprache mit der jeweiligen kooperierenden Grundschullehrerin gestaltet und sieht deshalb in den einzelnen Klassen unterschiedlich aus. Es nehmen sowohl einzelne SchülerInnen als auch Teilgruppen oder die gesamte Klasse am gemeinsamen Unterricht in folgenden Bereichen teil:

  • Buchstabeneinführung, Leselehrgänge und Literaturprojekte
  • Rechnen
  • Mensch/ Natur/ Kultur (Sachunterricht, Bildende Kunst, Musik)
  • Sport, Schwimmen
  • Religion, Ethik

Im Klassenunterricht werden die SchülerInnen in den Bereichen Rechnen, Schreiben, Lesen ihrem Lernstand entsprechend in Kleingruppen gefördert.
Auch eine gezielte Förderung im lebenspraktischen Bereich  (z.B. Einkaufen, Kochen, hauswirtschaftliche Tätigkeiten, Körperpflege und Hygiene) oder die Vor- und Nachbereitung sowie Vertiefung von Inhalten aus dem gemeinsamen Unterricht finden hier statt.

Im klassenübergreifenden Unterricht (hier arbeiten die Außenklassen zusammen) werden momentan die Bereiche Religion und Ethik, Jugendfarm, Schwimmen und graphomotorische Übungen abgedeckt.

5. "Das macht uns das Lernen leichter" – Unterrichtsprinzipien

Der  Unterricht wird durch die verschiedenen Möglichkeiten der SchülerInnen zu lernen, bestimmt. Daraus ergeben sich folgende Prinzipien:

  • Handlungsorientiertes Lernen (z.B. Bauen, Einsatz von konkreten Materialien)
  • Entdeckendes Lernen (z.B. Experimente)
  • Lernen durch Bewegung (z.B. Laut-Hand Zeichen, Gebärden, graphomotorische Übungen im Unterricht, Bewegungsgeräte in Pausensituationen) 
  • Lernen durch Rhythmik und Musik (z.B. Fingerspiele, Sprechreime, Einsatz von Musikinstrumenten)
  • Lernen mit allen Sinnen (z.B. Schreiben in Sandwanne, Rasierschaum, Blindverkostung, Umgang mit Matsch und Fingerfarben, Erraten von Alltagsgeräuschen, Modulieren der Lautstärke mit Instrumenten, Riechspiele)
  • Einbindung natur- und erlebnispädagogischer Elemente (Jugendfarm, Wald, AKI…)
  • Rhythmisierung des Schultags (durch z.B. Bewegungs- und Entspannungseinheiten)

6. "So lernen wir." - Lernarrangements

Jeder Schüler lernt unterschiedlich. Um dies im gemeinsamen Unterricht gewährleisten zu können, werden die Lernangebote individuell an die Schüler angepasst. So gibt es zum Beispiel Freiarbeit, Stationenarbeit, Lerntheke oder Projekte, Tages- und Wochenplan.

Um die sozialen Kompetenzen der Schüler zu stärken, werden Inhalte von den Schülern in Gruppen- oder Partnerarbeit erarbeitet. Bei Einführungen von neuen Unterrichtsthemen finden Gesprächskreise mit der gesamten Klasse statt. 

7. "Lernen außerhalb der Schule" - Außerschulische Lernorte

Der große Garten der Schönbuchschule sowie der nahe gelegene Wald bieten viele Möglichkeiten, Themen rund um Umwelt und Natur zu erleben. Darüber hinaus werden verschiedene Einrichtungen regelmäßig besucht:

  • Jugendfarm Möhringen
  • AKI Musberg
  • Waldheim Schmellbachtal
  • Schulschwimmbad Österfeld und Therapiebad der Bodelschwinghschule

Zu vielen Themenbereichen werden Lerngänge unternommen. Zum Beispiel:

  • Kulturelle Einrichtungen: Museen, Theater
  • Öffentliche Einrichtungen: Bücherei, Feuerwehr
  • Sehenswürdigkeiten: Schloss, Flughafen, Fernsehturm

8. "Schule – hier leben wir." - Gestaltung der Schule als Lebensraum

Rituale
Um den SchülerInnen in den ersten Jahren ihres Schullebens Sicherheit zu geben, finden vor allem in der Grundstufe täglich feste Rituale wie der Morgenkreis und der Abschlusskreis statt. Hier geht es darum, den Schultag gemeinsam zu beginnen, die Unterrichtsstunden und ggf. Besonderheiten des bevorstehenden Tages zu klären, den SchülerInnen Raum für Erzählungen zu geben und das Ende des Schultages gemeinsam zu beenden.

Schultag
Während des gesamten Schultages gibt es verschiedene Freizeit- und Erholungssituationen für die SchülerInnen: die zwei Hofpausen am Vormittag mit jeweils 15 Minuten, das täglich angebotene Mittagessen, das gemeinsam mit anderen SchülerInnen eingenommen wird und die verschiedenen Spiel- und Bewegungsangebote auf dem Hof, im Garten und auf dem Sportplatz. Zudem können die SchülerInnen an den kurzen Schultagen (Mittwoch und Freitag) das Angebot der nachschulischen Betreuung an der Stammschule nutzen.

Feste
Gemeinsam mit den SchülerInnen und zum Teil mit den Eltern feiern wir:

  • Einschulungsfeier am Schuljahresbeginn gemeinsam mit der 1.Klasse der Grundschule
  • Apfelfest im Oktober
  • Laternenfest im November 
  • Nikolausmarkt und Nikolausfeier
  • Weihnachtsbasar
  • Faschingsumzug der gesamten Schule durch Dürrlewang
  • Klassenfeste, Geburtstage

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